Deutsche Meisterschaften, 25. bis 26. Juli in Bochum-Wattenscheid – Vorbericht

Hindernisläufer Malte Stockhausen nimmt zum fünften Mal in Folge an den Deutschen Meisterschaften teil. (Foto: Simon Heweling)

Bei den Deutschen Meisterschaften in Bochum-Wattenscheid tritt das LAZ Rhede mit drei Einzelstarter/innen und einer Staffel an. Die nationalen Titelkämpfe der Männer und Frauen stellen den Abschluss und Höhepunkt der DM-Trilogie im Wattenscheider Lohrheidestadion dar. Eigentlich sollten die Leichtathleten zusammen mit 23 weiteren Sportarten ihre Meister bei den „Finals“ in Hannover ermitteln, aber da es dort, wie in vielen Fußballstadien Deutschlands, keine Laufbahnen mehr gibt, wurde die DM der Leichtathleten nach Wattenscheid ausgelagert.

Das Lohrheidestadion passt von der Größe gut für die Leichtathletik und die Stimmung wird auf jeden Fall riesig sein“, freut sich LAZ-Stützpunktleiter Jürgen Palm auf den nationalen Saisonhöhepunkt. Wie im Vorjahr sind Malte Stockhausen und Enie Dangelmaier sowie die 4×400-m-Staffel der U20 qualifiziert. Verletzungsbedingt hat Jan-David Ridder in diesem Jahr die anspruchsvolle DM-Norm nicht geschafft: „Das ist sehr schade für Jan-David und das LAZ, da er im Vorjahr in Dresden krankheitsbedingt nicht sein Leistungsvermögen zeigen konnte und er ab Oktober sein Promotionsstudium aufnehmen wird. Er hat unfassbar hart trainiert, um noch einmal im Dress des LAZ Rhede bei einer DM zu starten“, bedauert Palm den Ausfall von Ridder für die DM.

Dafür kommt mit dem Hammerwerfer Gerrit Visser ein LAZ-Athlet nach Deutschland zurück und wird in Wattenscheid antreten. Nach seinem Studienabschluss in den USA kehrt er mit dem Bachelor-Abschluss und einer neuen persönlichen Bestleistung von 62,86 Metern heim. Dabei lief das letzte Jahr nicht optimal für Visser. Nachdem Anfang des Jahres sein bisheriger Trainer an eine andere Uni gewechselt war, stellte sich die Nachbesetzung als äußerst schwierig dar. Ein möglicher Kandidat aus Kanada erhielt keine Arbeitserlaubnis und weitere Interessenten sprangen ab, so dass Visser eigenständig trainieren musste: „Unter diesen Voraussetzungen ist seine Saisonbestleistung absolut beachtlich“, zollt Palm dem jungen Athleten großen Respekt.

Auch Malte Stockhausen absolviert den Großteil seines Trainings in seinem Wohnort Kalkar. Da er parallel im Triathlon an Wettkämpfen teilnimmt, ist sein Trainingsprogramm von vielen Trainingseinheiten auf dem Rad, im Wasser und bei Dauerläufen geprägt. Zum Hürdentraining und den Tempoeinheiten kommt Stockhausen dann nach Rhede. Mit seiner Saisonbestzeit von 8:54,32 Minuten rangiert der Hindernisläufer bei seiner fünften DM-Teilnahme in Folge an Position dreizehn der Meldeliste: „ Für eine Top-acht-Platzierung müsste Malte schon eine neue Bestzeit unter 8:50 Minuten laufen. Das ist anspruchsvoll, aber machbar“, traut Palm dem Athletensprecher des LAZ Rhede eine Leistungssteigerung zum Saisonhöhepunkt zu.

Für die Weitspringerin Enie Dangelmaier lief die Freiluftsaison bisher nicht wie gewünscht. Nach dem vielversprechenden Saisoneinstieg mit 6,32 Metern, blieben bei hochkarätigen Wettkämpfen in Rehlingen, St. Pölten, Essen und Porto weitere Leistungssteigerungen aus: „Wir haben jetzt nochmal im Techniktraining und der Anlaufgestaltung Änderungen vorgenommen und hoffen, dass Enie wie in der Hallensaison den Endkampf erreicht“, führt Palm aus. Hinter der Top-Favoritin Malaika Mihambo, die in Londen erstmals in diesem Jahr die 7-Meter-Marke geknackt hat (7,05m), streiten acht Athletinnen um die verbleibenden Medaillen.

Den Auftakt machen am Samstag die Sprinter der StG Rhede-Sonsbeck-Kevelaer mit der 4x400m Staffel der U20. Die Qualifikationszeit von 3:34,32 Minuten hatte ein reines LAZ-Quartett erreicht, aber in Wattenscheid werden neben den LAZ-Sprintern Noah Belting und Till Beckmann auch Möritz Kaenders und Abhinoor Sing antreten. Als Ersatzläufer ist Lawrence Kahler vorgesehen. Jarne Semmler muss leider krankheitsbedingt passen: „Die Jungs sind hochmotiviert und wollen ihre Saisonbestleistung angreifen“, freut sich Palm über den Trainingsfleiß der Nachwuchstalente.

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